Unser Expeditionsmobil–Gurkensalat

Gurkensalats Heimat - die schöne Oberpfalz

Gurkensalats Heimat – die schöne Oberpfalz

Unser Expeditionsmobil–Gurkensalat

Nun, zuerst einmal musste ich bald in diversen einschlägigen Blogs und Foren herausfinden, dass so ein treuer Begleiter mit dem und in dem man soviel Zeit verbringt einen Namen braucht und fast immer auch hat.

Die meisten dieser Gefährte haben interessanterweise  Namen von männlichen Hunden oder andere seltsame Kosenamen. Da findet sich ein Bonzo und ein Kuno, der Hektor, der Raul und dann noch Knubbel, Dicker und Moppel. Weibliche Namen scheinen nicht in Mode zu sein. Insgesamt musste ich hier schon ziemlich oft schmunzeln und natürlich habe ich mich auch gefragt, ob das etwas typisch Deutsches ist dem Auto einen Namen zu geben.  Doch andererseits sind die Reisenden deren Blogs ich mir ageschaut habe der Deutschtümelei eher absolut uverdächtig. Es muss also Liebe sein und Verbundenheit, vielleicht auch Abgerglaube. Alles nette Eigenschaften die mir gefallen und dennoch….nein ich kann unseren Wagen einfach nicht Alfonso oder Luigi nennen.

Es muss schon etwas Beklopptes her, etwas mir postiver Konnotation und dennoch irgendwie nichts zu Ernstes und Sperriges. Der Transit wurde schon vor dem Abholen getauft und jeden Tag den die Abholung näher kam umso öfter kam der Name schon über unsere Lippen: Gurkensalat so heisst er !

Ein schöner wohklingender Name der….nun gut zum Auto:

Ursprünglich wollte ich eigentlich unseren Grand Cherokee ausbauen und mit einer Schlafgelegenheit für diese Reise ertüchtigen. Doch schon bei der letztjährigen Transkarpatentour auf der ich alleine im Wagen war und unserem Pärchentrip auf die Fusion 2016 ist mir aufgefallen, dass der Wagen zwar tolle Geländefähigkeiten hat, jedoch innen wenig Platz bietet. Schlafen zu zweit ist noch ok, aber wenn dann noch massenhaft Equipment dazu kommt ist es vorbei. Oder wenn es, wie auf der Fusion passiert, plötzlich zu regnen beginnt, stopft man die nassen Sachen hektisch in das Auto und da sitzt man dann drauf. Von Kochen und Schlafen kannn da gar nicht mehr die Rede sein.

Also gut ein Auto mit Platz muss her – Wohnmobil oder Camper. Am besten geländetauglich….was das Budget ist nur 8000€? Da fehlen wohl 50000€. Also streichen wir das geländetauglich und ersetzen es mit “hochbeinig” oder bedingt geländetauglich, wenn der Fahrer was kann .

Der Traumwagen ;-)

Der Traumwagen 😉

Meine Anforderungen also:

  • Saugdiesel
  • Wenig, ganz wenig Technik
  • 3 Schlafplätze
  • Kochgelegenehit
  • Kühlschrank
  • Ausreichend Zuladung
  • Technisch ok bis gut

Der Markt ist sehr übersichtlich. Gnadenlos überteuerte VW T3 bis T4 die mit ihren mehr oder weniger robusten Diesemotoren alle irgendwie 500-700.000 Km auf die Uhr geschafft haben sollen also mindestens 12000€ Euro kosten. Wirklich ???? Wer kauft sowas…ich nicht! Der einzige Motor dem ich da über den Weg traue ist eh der 77PS 2,4 Liter Fünfzylinder. Dann darf man aber auch noch Geld in die verratzte Innenaustattung und die nicht funktionierenden Geräte stecken in der Generationen von Surfern und Dauerreisenden “gebastelt”, gerastet, geliebt und was weiss ich noch alles haben. Dann gibt es noch die untermotorisierten Ducatos und Peugeots, Citroen etc. Leider rosten die wie verrückt und haben meist nicht mal 70 PS

Ich habe also meinen Suchalgorythmus bei Ebay Kleinazeigen auf Wohnmobil bis BJ 1995, Marke egal, Preis bis €8000 konfiguriert und da kamen immerhin 2 Fahrzeuge bei raus. Der Ford Transit wurde sofort und ohne Umschweife bei der Besichtigung in der Oberpfalz gekauft. Ein Traumobjekt aus zweiter Hand. Beide Hände wahren pflegliche Spießer (ich liebe sie!) die den Wagen behandelt haben wie den eigenen Jagddackel. Nie im Winter gefahren, ein Scheckheft voller Stempel, dazu ein Ordner mit Bedienungsanleitungen, Dokumentation etc. Von innen sieht der Wagen fast aus, als wäre er gerade frisch vom Messestand bei EuraMobil gekauft worden – siehe Fotos. Alles, aber auch wirklich alles fuktioniert innen, keine Basteleien, kein Dreck – einTraum! Dazu kommt noch der ausreichend kräftige und eigentlich unkaputtbare 2,5 Liter 80PS Saugdiesel von Ford der auf der Heimfahrt bei konstant 110 Km/h 9,5 Liter verbrauchte. Diser Ford Transit erfreut sich in der Hälfte der avisierten Länder eines zweiten oder drittens Lebens also sogennennte Marschrutka (Minibus im öffentlichen Verkehr) und kann von jedem Schäfer am Strassenrand mit einem Schraubenzieher repariert werden (oder so ähnlich).

Küche Gurkensalat

Küche Gurkensalat

Für 4400€ gehörte Gurkensalat uns. Jetzt kriegt er aktuell noch eine ordenliche Inspektion, neue Reifen und frisches Öl. Gedankenspiele ihn noch weiter fürs Geläde zu ertüchtigen habe ich fallen lassen. Im Kaukasus wird er einige haarstäubende Strecken meistern müssen, jedoch handelt es sich meist um Gebirgswege die höchstens mal mit Furten oder tiefen Löchern aufwarten. Der Hecktiebler gilt als gutmütig auf schlechten Wegen. Für die schlimmsten Situationen kommen noch zwei günstig ersteigerte Sandbleche mit an Bord.

Heck Gurkensalat

Heck Gurkensalat

Da fällt mir ein dass ich vor Jahren mal einen Blog gelesen habe, wo einer Transafrika mit eben diesem Transit gefahren ist….und das ging auch!

Nun soviel zum Auto, soviel zu Gurkensalat – vorerst

Interieur fast wie neu

Interieur fast wie neu

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